Viel Schein. Und noch mehr sein.

Die Fassade des Elbtowers hat es in sich — nicht nur optisch.

Kühn ragt der Elbtower von Chipperfield Architects in Hamburgs Silhouette auf. Der elegante helle Turm bringt  eine Leichtigkeit mit sich, die im perfekten Einklang mit der Elbphilharmonie steht. Und dafür ist die Fassade des 245 Meter hohen Turms verantwortlich. Sie erfüllt nicht nur ästhetische Funktionen, sondern auch höchste technische Anforderungen.

Das Hochhaus steht auf einem Sichtbeton-Sockel, der das hohe Gebäude unmittelbar in seinen urbanen Kontext vermittelt. Großflächige Fenster- und Türöffnungen gliedern den massiven Sockel und geben ihm seinen besonderen Charakter. Sie erlauben Ein- und Ausblicke und organisieren die Zugänglichkeit in die öffentlich nutzbaren Erdgeschossflächen.

Über dem Sockel erhebt sich der Elbtower in die Höhe. Auf dem Sockel setzt eine filigrane Glas- und Aluminiumfassade auf, die den Eindruck von Leichtigkeit und Anmut, Gelassenheit und Standfestigkeit vermittelt.

Die Fassade ist zweifach strukturiert: Eine horizontale Fassadenstruktur umschließt das gesamte Hochhaus. Begehbare, offene Stege bilden die Geschosse ab und gliedern den Turm in seiner Höhe. Zwischen ihnen spannen feststehende Lamellen eine vertikale Struktur auf. Sowohl die vertikalen Lamellen als auch die horizontalen Stege bestehen aus hell beschichteten Aluminiumprofilen, die dem Elbtower eine elegante und freundliche Anmutung verleihen.

Extreme Klimabedingungen am Standort

Hoch ragende Gebäude wie der Elbtower müssen stark wechselnde Klimabedingungen ertragen. Gerade Hamburg ist für seine rasch wechselnden Wettersituationen bekannt. Windstille und Stürme, Wolken und strahlende Sonne, Hitze und Frost wirken direkt auf den Bau. Wer mit möglichst passiven Mitteln ein angenehmes Klima in den Innenräumen schaffen will, muss die klimatischen Einflüsse der Umwelt auf das Gebäude möglichst begrenzen.

Mit ihren vertikalen Lamellen ist die Fassade des Elbtowers in diesem Sinne konzipiert: Mehrere Schichten filtern, absorbieren und reflektieren Umwelteinwirkungen. Die elliptisch geformten Lamellen variieren in Größe und Abstand. So reagieren sie auf die Form des Grundrisses und Anforderungen an Sonnenschutz und Blickbeziehungen. Während tiefe Lamellen im Südosten und Südwesten dichter angeordnet sind, um dem höheren solaren Eintrag gerecht zu werden, sind die weniger tiefen Lamellen im Nordosten und Nordwesten aufgelockerter.

So trägt der bauliche Sonnenschutz zur Vielschichtigkeit und damit Lebendigkeit der Fassade bei, weil ein Spiel aus Offen- und Geschlossenheit entsteht, das die transluzente Fassade je nach Tageszeit und Blickwinkel immer wieder neu inszeniert. Funktional verbessert der helle Ton der Fassade zudem die Lichtreflexion zwischen den Lamellen. Das sorgt dafür, dass der Anteil des einfallenden Tageslichts tief im Gebäudeinneren vergleichsweise hoch ist. Der Bedarf an künstlichen Lichtquellen sinkt, zugleich steigen Wohlbefinden und Produktivität der Nutzerinnen und Nutzer.

Eine thermische Hülle

Die hinter den Lamellen liegende Schicht wird so zu einer thermischen Hülle. Eine solche Konstruktion vor der Fassade schützt weitaus stärker gegen Überhitzung durch Sonneneinstrahlung als innen liegende Jalousien. Außerdem helfen Hinterlüftung und Verschattung dabei Wärmestau zu vermeiden. Das ist für die Nachhaltigkeit im späteren Betrieb wichtig. Denn Kühlung, Heizung, Haustechnik, Beleuchtung – und zwar über Jahrzehnte – verlangen sehr viel Energie und führen damit zu entsprechend hohen CO2-Emissionen.

Je nach Witterungseinflüssen können weitere Öffnungselemente integriert werden und zur natürlichen Belüftung und damit zum Komfort und zur Nachhaltigkeit des Gebäudes beitragen. Zusätzlich erhält jedes Geschoss ein bis zwei Drehflügel, um den Zugang auf den Wartungssteg zu ermöglichen.

Ein Fassadenmuster an der Station Elbbrücken

Nun bestehen zwischen Planung und Realität häufig ein großer Unterschied. Um zu vermitteln, wie der Elbtower in drei Jahren tatsächlich aussieht, hat SIGNA Real Estate ein Fassadenelement als Muster an der S-Bahnstation Elbbrücken aufgestellt. Der Fassadenprototyp ist haptisch erfahrbar.

Außerdem ist das Modell begehbar und vermittelt so auch den Blick von Innen nach Außen. Weil er aus den gleichen Baumaterialien wie das zukünftige Gebäude besteht, lassen sich schon jetzt der optische Eindruck und die Funktionalität überprüfen.