Eine Brücke zwischen den Stadtteilen

Neue Fußgänger- und Fahrradbrücken verbinden Hamburgs zentrale Stadtteile 

Der Elbtower wird künftig eine wichtige städtebauliche Funktion übernehmen: Mit den neuen Brücken über den Billhafen und den Oberhafenkanal schrumpft die Distanz zwischen der HafenCity und Rothenburgsort deutlich. Zum Wohle der ganzen Stadt.

Die beiden Stadtviertel HafenCity und Rothenburgsort liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt. Elbbrücken verbinden die HafenCity mit der Hamburger Innenstadt. Doch wer von der HafenCIty nach Rothenburgsort gelangen will – oder umgekehrt, zum Besuch, zum Einkaufen oder für ein kulturelles Ereignis, der hat einige Widrigkeiten zu überwinden.

Denn zwischen den beiden Stadtteilen liegen nicht nur Billhafen und der Oberhafenkanal, der an der östlichen Spitze der Hafencity in die Elbe mündet. Sondern die Billhorner Brückenstraße, eine der wichtigsten Verkehrsachsen Hamburgs, ist das große Hindernis. Tag für Tag fahren 130.000 Fahrzeuge über diese Straße, Fußgänger und Radfahrer sind eher nicht erwünscht.

Neue Brücken sollen das nun ändern. Den Anfang macht eine rund hundert Meter lange Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Sie soll die östliche HafenCity mit dem  Elbtower mit Entenwerder verbinden, der grünen Halbinsel im Süden Rothenburgsorts. Baustart ist das kommende Jahr 2023.

Direkte Verbindung über den Kanal

Die benachbarten Stadtteile um den Elbtower profitieren dann von einer direkten und unkomplizierten Verbindung. Erstmals kommen die Menschen aus Rothenburgsort schnell zur U- und S-Bahn-Station Elbbrücken. Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten oder soziale Infrastruktureinrichtungen wie Kitas und Schulen in der HafenCity sind ebenfalls schneller erreichbar.

Umgekehrt können die Bewohner und Angestellten des Elbbrücken-Quartiers und des Elbtowers einfach auf die Halbinsel Entenwerder gelangen, einem 13 Hektar großen Naherholungsgebiet.

Entwurf von Gerkan, Marg und Partner

Die Brücke haben die Architekten von Schlaich Bergermann Partner zusammen mit Gerkan, Marg und Partner (gmp) und dem Ingenieurbüro Spieth Beratende Ingenieure entworfen. gmp hatte schon 2019 den U- und S-Bahnhof Elbbrücken entworfen und das Quartier städteplanerisch begleitet. Das neue Bauwerk überspannt den Oberhafenkanal mit einer sehr dynamischen Geste, die den Schwung des Elbtowers und der Elbphilharmonie aufgreift. 135 Meter lang soll die Brücke werden und auf zwei Stützen ruhen. Dazwischen sind 75 Meter Platz, damit der Schiffsverkehr ungehindert passieren kann.

Teil des Mobilitätskonzepts

Die Brücke wird integraler Bestandteil des neuen Mobilitätskonzepts in Hamburg. Ein Radweg in beide Richtungen, ein Fußweg und Aufenthaltsbereiche an den Brückenköpfen sollen entstehen. Der Bau verlängert außerdem den viel befahrenen Elberadweg am südlichen Ufer von Entenwerder. Perspektivisch sind in der HafenCity ein Tunnel und weitere Brücken für Radfahrer und Fußgänger geplant, eine davon in unmittelbarer Nähe zum Elbtower über den Billhafen. 

So entsteht in naher Zukunft eine durchgängige Band für alternative Mobilität, die von den Stadtteilen Veddel und Grasbrook auf der Südseite der Elbe bis zur Bille im Norden reicht. Aus einer Vielfalt von Stadtteilen wird eine vernetzte Stadt, in deren Mitte sich der Elbtower erhebt.

Bilder: © sbp_gmp_Architekten