Ein Chipperfield für Hamburg

David Chipperfield Architects im Portrait

Wer ist der Architekt des Elbtowers? Wer hatte diese ebenso einfache wie geniale Idee mit dem Schwung? Denn dieser Schwung in der Fassade ist es, der den Elbtower wie selbstverständlich in die Silhouette der HafenCity “hinein fließen” lässt.

Der fließende Entwurf greift die organische Architektursprache der HafenCity auf, die mit der Elbphilharmonie beginnt, und pointiert diese auf elegante und überraschende Weise. Die Idee zu diesem Entwurf an den Elbbrücken hatte Christoph Felger, Partner und Design Director von David Chipperfield Architects in Berlin.
Das Architekturbüro ist weltbekannt für seine ikonischen Entwürfe. Gründer und Namensgeber ist David Chipperfield. Er gilt als Meister des Minimalismus. Seine klare, reduzierte Formensprache ist prägend für die klassische Moderne und zeitgenössische Architektur. Ein zentraler Aspekt seiner Arbeit ist die Auseinandersetzung mit Ort und Kontext eines Gebäudes — mit dem Ziel, dass öffentliche Räume einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Diese Herangehensweise prägt auch den Entwurf des Elbtowers.

Elbtower Hamburg

Architekt: David Chipperfield Architects
Höhe: 244,80 Meter
Stockwerke: 64
Bürofläche: 79.000 Quadratmeter
Baubeginn: 2022
Fertigstellung: 2025 (geplant)

In England geboren. In der Welt zuhause

David Chipperfield ist auf einem einsam gelegenen Bauernhof in England aufgewachsen und hat in London Architektur studiert. Ab 1977 arbeitete er für große internationale Architekten. Unter anderem für Richard Rogers, der mit dem Centre Pompidou in Paris internationale Bekanntheit erlangte, aber auch für Sir Norman Foster, der die Berliner Reichstagskuppel und das an ein Raumschiff erinnernde  Apple Headquarter in Cupertino entworfen hat.

Ein neuer Stil setzt sich durch

Später ging Chipperfield seine eigene Wege. 1985 gründete er sein eigenes Büro und begann, seine persönlichen Vorstellungen von Architektur umzusetzen. Eine Architektur, die sich durch Klarheit, Detailgenauigkeit, hohe Ansprüche an das Material und einfache Formen auszeichnet – und dabei immer Rücksicht auf lokale Eigenheiten oder Traditionen nimmt. Kenner beschreiben seinen Stil als monumental ohne Schwere, selbstbewusst ohne Rücksichtslosigkeit und minimalistisch ohne Kälte. Eine Architektur, die Ruhe, Sicherheit und Zuverlässigkeit ausstrahlt.

Heute ist  David Chipperfield Architects mit Niederlassungen in London, Berlin, Mailand und Shanghai vertreten. Seine Entwürfe begegnen uns rund um den Globus. Weltbekannt sind unter anderem die Amorepacific Towers in Seoul (links im Bild) und die City of Justice in Barcelona.

In Deutschland wurde Chipperfield vor allem mit seinem Entwurf für den Wiederaufbau des Neuen Museum in Berlin und zugehöriger James-Simon-Galerie bekannt. Der transparent und filigran wirkende Kolonnaden-Bau auf einem Sockelgeschoss stieß in der breiten Öffentlichkeit auf ein begeistertes Echo.

Bedeutende aktuelle Arbeiten sind für die SIGNA Real Estate  die Neuinterpretation des alten Karstadt-Gebäudes am Hermannplatz in Berlin und in Hamburg der Umbau des “Stadthauses” zu den „Stadthöfen“ — sowie der Elbtower in der Stadt.

Die Entwürfe Chipperfields werden immer wieder mit internationalen Architekturpreisen ausgezeichnet. Für sein Lebenswerk erhielt er die Goldmedaille des Royal Institutes of British Architects. In Großbritannien wurde er zum Ritter geschlagen und in Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.