Die Elbe unter Strom

Nachhaltige Mobilität auf dem Wasser

Die neue Fähre passiert die Elbphilharmonie

Wer in Hamburg unterwegs ist, ist meist in Wassernähe unterwegs. Logisch, dass Alster, Elbe und Bille als Verkehrswege genutzt werden. Nun sollen die Fähren auf der Elbe klimafreundlicher unterwegs sein.

Bootsfahrt über den Hamburger Hafen

Der Hafen hat Hamburg groß gemacht, Alster, Elbe und Bille halten die Stadt in Bewegung. Dazu kommt eine Vielzahl von Kanälen, die Hamburg durchziehen, der Goldbekkanal, der Isebekkanal oder der Oberhafenkanal am Elbtower. Sie alle sind längst Wasserstraße, denn es ist ja auch viel schöner, auf der Elbe ans Ziel zu schippern, als in die S-Bahn oder das eigene Auto zu steigen. Deshalb befördert allein die Hadag, Hamburgs größter Fährenbetreiber, mehr als zehn Millionen Fahrgäste im Jahr.

Das Schöne in Hamburg ist: Jeder Fahrgast kann mit einem einfachen Ticket des öffentlichen Nahverkehrs die Hafenfähren nutzen. Die Fähren ergänzen die bestehenden Buslinien an Land, zum Beispiel westlich am Elbufer bis Neumühlen. Besonders beliebt ist die Linie 62 zwischen den Landungsbrücken und Finkenwerder. Aber auch die Linie 72 verzeichnet immer mehr Fahrgäste. Sie ist  erst im letzten Jahr in Betrieb genommen worden und bindet die Elbphilharmonie am westlichen Ende der HafenCity ans Wasser an.

Nun wird die Flotte modernisiert und auf Antriebe umgestellt, die wenig oder gar kein Kohlendioxid ausstoßen. Von den 26 Schiffen der Hadag fahren die beiden neuesten, die „Kehrwieder“ und die „Elbphilharmonie“, schon heute mit einem diesel-elektrischen Antrieb. Außerdem werden drei neue Hybrid-Fähren in Tangermünde gebaut. Anfang 2024 soll das erste Schiff seinen Dienst antreten, im Laufe des Jahres dann Schiff zwei und drei. Wenn alles gut läuft und die Fähren gut genutzt werden, könnte die Fährgesellschaft drei weitere Schiffe bestellen.

Die neue Fähre an den Landungsbrücken

Das Besondere an diesen neuen Fähren ist ihr Batterieantrieb. Der Strom für die Motoren wird nachts an Bord gespeichert. Dadurch sinken die Emissionen, denn ein Schiff mit Verbrennungsmotor verbraucht mehr als eine Million Liter Diesel im Jahr. Erst wenn die Batterie möglicherweise am Nachmittag leer ist, wird auf Diesel umgeschaltet. Weil Schiffe künftig mit Wasserstoff angetrieben werden könnten, sind die Fähren auch schon technisch für Brennstoffzellen vorgerüstet.

Gleichzeitig wird das Streckennetz weiter ausgebaut und um neue Anlegestellen ergänzt. Dabei spiegelt das Netz auf Hamburgs Flüssen die Geschichte der Stadt wieder. Der Hafen, der die Stadt so groß gemacht hat, bestand ja vor 150 Jahren aus mehr als 38 unterschiedlichen Häfen. Viele tausend Arbeiter mussten jeden Tag zu ihrem Arbeitsplatz gebracht werden, oft mit dem Schiff. 1888 startete deshalb die erste Fährlinie von St. Pauli Landungsbrücke über Elbbrücke nach Veddel. Heute gibt es acht Linien auf der Elbe.

Die neue Fähre von der Seite

Nun könnte sogar eine Station an den Elbbrücken unterhalb des Elbtowers in Betrieb genommen werden. „Im ersten Schritt ist die Fährlinie 72 ja bereits bis zur Elbphilharmonie als Linienverkehr eingerichtet“, heißt es beim Hamburger Verkehrsverbund auf Anfrage. „In der Verlängerung ist vorgesehen, weitere Anleger im Bereich des Baakenhafens, am Kleinen Grasbrook und an den Elbbrücken in direkter Verknüpfung zur gleichnamigen Haltestelle der U-Bahn und der S-Bahn einzurichten.“ Allerdings sind solche Erweiterungen teuer. Deshalb gibt es noch keine genauen Termine, wann die Mieterinnen und Mieter im Elbtower in „ihre“ Fähre steigen können.

Fotos: © Danfoss

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